Intro Poetry Slam

Im Bereich Poetry Slam sind 28 Beiträge hochgeladen oder per Mail geschickt worden, ausgewählt wurden folgende Teilnehmer für den Live Award: Sara Kritzler,  Stella Volkenand,  Jazzika,  Annytschka,  Maximilian Humpert, Milan Pawlowski, karl,  Fabian Navarro,  Pascal David Breitenbach. (weiterlesen…)

Gib mir n´ Beat ! // Schublade

Gib mir n´Beat

Los !

Komm Gib mir n´Beat

zeig mir  wies aussieht

wenn Kanacken und Schinakken

mit Jay Z`s Musik rumspacken

Ey Alter voll derbe ! mehr…

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Ein bahnbrechendes Stück Lyrik (5 Minuten)

Abenddämerung (1974)Eine Schildkröt liegt hilflosrücklings auf dem Panzer,

übt sie den Spagat bloß

oder wartet auf den Tod.

- Rolf Rovlowski (1862-1974)

“Ein bahnbrechendes Stück Lyrik”von Maximilian Humpert

Eine herkömmliche Besprechung ist bei diesem herausragenden Stück aus Rovlowskis Opus wohl kaum möglich. Und doch müssen hier – zu Gunsten der Vollständigkeit – die grässlichen, beschränkten Eigenschaften der Rezension bemüht werden, um auch diesem Werk nur annährenderweise gerecht zu werden. Zuerst: Was Rovlowski hier in 4 Versen vereint und bannt wird für lange Zeit seines Gleichen suchen. Wer hätte schon Anfang der 70er-Jahre damit gerechnet, dass ausgerechnet in diesem mit Trivialität vollgesogenen Jahrzehnt die Lyrik ihren Zenit erreicht. “Abenddämmerung” ist kein gewöhnliches Gedicht – es ist eine generationsübergreifende Lebenseinstellung und für den modernen Menschen geradezu eine Maxime der durch Rovlowski geprägten Dekade. mehr…

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Idiot (3 Minuten)

Als ich am Mittag schlaftrunken das Bad betrete, verwechsel ich das Haarspray mit dem Deo-Roller. “Gida, ich hab das Haarspray mit dem Deo-Roller verwechselt!”, rufe ich ins Schlafzimmer. Gida liegt gerade auf dem Bett und harzt. Das weiß ich so genau, weil Gida immer auf dem Bett liegt und harzt. Gida ist eine Taschenlampe. Und meine beste Freundin. Sie ist immer für mich da. Sie bringt Licht in mein dunkles Leben. Gida ist schließlich auch die einzige Lichtquelle in meiner Wohnung, abgesehen vom Fernseher und Computer. Fenster habe ich nicht. Das Licht im Kühlschrank habe ich so manipuliert, dass es nur leuchtet, wenn die Tür geschlossen ist. So können sich die Spermien in den gekühlten Döschen die meiste Zeit sehen. Und sie müssen mich nicht sehen. Das ist gut so. Ich bin nämlich extrem gut aussehend und will ihnen auf Grund von vererbbaren Eigenschaften wie extrem krass ausgeprägte Schönheit keine Hoffnung machen. Das sollen schließlich mal deprimierte kleine Säuglinge werden, die mein Reich ohne großes Murren voran bringen. Nächste Woche werde ich Gida mit den Spermien befruchten. Dann kann niemand mein Ingo-Gida-Müller-Reich mehr stoppen. Müller ist eine Kerze, er wird keine große Konkurrenz bei der zukünftigen Reichsführung darstellen. Er ist jetzt schon total ausgebrannt. Im Ingo(das bin ich)-Gida-Müller-Reich werden alle Menschen deprimiert sein, damit ich stets glücklicher bin als alle anderen. Ich mag glücklichere Menschen nicht gerne. Die sind glücklicher als ich. So, jetzt reichts mit dem Reich.
Ich gucke in den Spiegel…und sehe schwarz. Meine Achseln kleben immer noch unangenehm. Igitt. Ich will das teure Haarspray aber nicht verschwenden, denke ich mir, also forme ich aus meinen Achselhaaren einen Irokesen. Jetzt habe ich einen Achseliro. Krass. Weil ich mich freue, strecke ich meine Hände nach oben und stürme mit Freudenschreien das Wohnzimmer. Vorher renne ich zweimal gegen die Badezimmer-Tür. Das erste Mal tut sehr weh. Ich knalle auf den harten Teppichboden im Bad und vergesse durch eine Kurzzeitamnesie den Aufprall. Dann stehe ich auf und renne nochmal gegen die Tür. Ihr fragt euch sicher, wie ich mich trotz der Kurzzeitamnesie an den ersten Aufprall erinnern kann.
Im Wohnzimmer angekommen, setze ich mich an den Computer. Muss meine E-Mails checken. Setze vorher die Bananenschale von meinem Kopf ab und die Sonnenbrille auf. Die Sonnenbrille setze ich nicht auf die Nase, sondern auf das Haupthaar. Das sieht cooler aus.

Ich habe einen E-Mail-Account bei GMX und nicht bei web.de, weil Gida es mir empfohlen hat. Sie mag den Logout-Mann bei web.de nicht. Ich tippe meine E-Mail (BingoIngo@gmx.de) und mein Passwort (1234567) in die entsprechenden Felder und logge mich ein. Ja, ich weiß, dass ich mich beim letzten Mal nicht ausgeloggt hab. Ich habe 2 neue E-Mails. Beide im Spamverdacht-Ordner. Ich öffne die erste. Ein Russe sagt mir, dass ich zu dick bin. Ich antworte, dass seine Mudda zu dick ist. Die zweite E-Mail verspricht mir ein größeres Glied innerhalb von nur zwei Wochen. Ein größeres Glied könnte mir durchaus bei der Ergreifung der Reichsführung helfen, denke ich mir. Da das aber schon nächste Woche ansteht, bringt mir die Vergrößerung nicht viel. Bedröppelt antworte ich trotzdem, um mich zu erkundigen, ob man beim Preis noch verhandeln könne. 2500 Rubel sei ja schon ganz schön happig.

Als nächstes check ich meine MySpace-Comments. Dann adde ich wildfremde Leute, um danach die Freundschaft wieder zu beenden. Das mach ich öfter. Ich will den Leuten weh tun. Bei dieser Prozedur, die etwa 60 Minuten dauert und zeitlich zwischen Mitten im Leben und Familien im Brennpunkt liegt, stoße ich auf ein besonderes Profil: Fiona.Famous.

Ich will auch so einen coolen Profilnamen. Ich hab aber keine Idee, also nenne ich mich Ingo.Ideenlos.

Der PC stürzt ab. Müller hat das Kabel durchgefressen. Ich lege mich zu Gida ins Bett. Sie guckt gerade Verdachtsfälle und freut sich über die hervorrangenden schauspielerischen Leistungen. Ich stimme zu, lecke an ihrer Batterie und kraule meinen Irokesen. Ich bin eher so der romantische Typ.

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